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Montag, 9. November 2009

Mein 9. November

Lehrlingswohnheim des SKET
Lehrlingswohnheim des SKET,
ursprünglich hochgeladen von herr.g.

Mein 9. November 1989 spielte sich in diesem Lehrlingswohnheim des SKET in der Hopfenbreite in Magdeburg ab. Wir hatten Schulwoche und waren damals abends wieder im Internat angekommen. Nach dem Abendbrot trafen wir uns in der Regel auf den Zimmern oder im Keller in der Disko. Doch am 9. November war keine Disko.

Irgendwer rief auf einmal über den Flur: "Die Mauer ist offen!" Ungläubige Gesichter waren die Folge. Klar, wir waren auch Montags im Dom zur Kundgebung (Montags-Demo), doch an so eine schnelle Öffnung konnten wir nicht glauben. Wir hatten die "Aktuelle Kamera" verpaßt und die Pressekonferenz nicht gesehen.

Am nächsten Morgen sahen wir aus der Straßenbahn in der Leipziger Straße eine Schlange vor der dortigen Polizei-Meldestelle. Also war da doch was dran? In der Schule fehlten plötzlich 2 Schulkameraden...

Sonntag, 26. Juli 2009

Arbeitsgemeinschaft

In Wernigerode hatten wir hinter dem Pionierhaus (Unterm Ratskopf 53) eine sogenannte Naturkundestation (Station der jungen Naturforscher und Techniker), die nach "Martin Heinrich Klaproth" benannt war. Dia Baracke von damals steht heute noch, das Grundstück und die Gebäude waren letztens vom Landkreis Harz zum Verkauf ausgeschrieben. Aus dem Expose:
Gebäudeart/Gebäudekonstruktion: Seminarbaracke; eingeschossiges Gebäude aus Holzrahmenelementen mit Wärmedämmung; Außenfassade Asbestplatten; flaches Satteldach mit Wellasbesteindeckung; Fernheizung vom Hauptgebäude; Massivfußböden, Fußbodenbeläge, Teppichböden und Thermofenster.
Bestehend aus einem Flur, vier Klassenräumen, einem Lehrerzimmer, einer Küche, zwei Toiletten und einem Lagerraum. 52,00 m x 3,00 m


Während meiner Schulzeit war ich dort 1984-1988 in der Arbeitsgemeinschaft Elektronik, die sich immer einmal wöchentlich nachmittags zusammen fand. Wir experimentierten mit elektronischen Bauteilen (mein Spitzname war Kurzschluss-Achim, weil ich die Teile des Elektronikbaukastens Polytronic einmal etwas wirr zusammen setzte) und bauten komplexe Schaltungen nach Plänen, lackierten Bahnen per Hand auf Leiterplatten, die dann später geätzt wurden.

So kam ich zu meinem ersten selbst gebauten Verstärker, einem Radio und zu einer Lichtorgel mittels eines Triacs. Die dafür benötigten Bauteile (Widerstände, Kondensatoren, Dioden und Transistoren) erwarb ich entweder käuflich vom Taschengeld im RFT-Laden in der Burgstraße (heute Möbius), im RFT am Anger (heute Sparkasse) oder ich baute sie mir einfach vom Elektroschrott an der SERO-Annahmestelle an der Schlachthofstrasse/Ecke Katzenteich selbst aus. Meinen Lötkolben habe ich heute noch.

In der AG hatte ich auch meinen ersten Kontakt zu einem Computer, damals ein LC80 in Kunstleder-Klapphülle, den wir in Maschinensprache programmierten. Dieser verfügte damals nur über eine Taschenrechnertastatur zur Eingabe und ein LED-Segment zur Ausgabe. Später kam dann der KC85/1, der in BASIC programmiert wurde und bei dem ein Junost-Fernseher als Monitor diente. Irre war die Speicherung der Programme über Kassettenrecorder. Später hatten wir sogar eine Art Computerkabinett in der Schule, ausgestattet mit KC85/3, da war ich echt neidisch.

Mein Klassenlehrer Uwe Fischer meinte im Zeugnis 1987: "Michaels Interesse an den Naturwissenschaften äußert sich in der fleißigen Arbeit in der AG Elektronik, für die er eine Auszeichnung von der Station junger Naturforscher erhielt."

Donnerstag, 23. Juli 2009

Plattenbauten

Plattenbauten
Plattenbauten,
ursprünglich hochgeladen von peve.de.
Gerade wurde im TV eine Frage zur deutschen Beziehung zu Sansibar gestellt. 3 Optionen standen zur Auswahl: Sansibar ist Heimat von 100000 Gartenzwergen, in einer Bar wird immer 'Sansibar' von den Höhnern gespielt oder die DDR spendete Sansibar in den 70ern DDR Plattenbauten.

Und tatsächlich, die 3. Option ist wahr. Das hätte ich nicht gedacht. Wieder was gelernt. Im Netz finden sich noch verschiedene Hinweise zu den damaligen diplomatischen Beziehungen zwischen der DDR und Sansibar vor dem Beitritt zu Tansania.

Hier ein Bericht bei Spiegel-Online.

Dienstag, 5. Mai 2009

Flickr

Ich habe Flickr für mich entdeckt. Ich habe nur dort Bilder gefunden, die mich ungemein interessieren. Bilder der DDR, die mich immer wieder hinreißen und die Vergangenheit aufleben lassen. Bilder von Wernigerode, die Stadt, die ja schon immer Touristen aus aller Welt anzog und auch Alltagsbilder aus Magdeburg und Rostock. Mein erster Favorit, ein Bild von Sludgegulper vom Bahnübergang Bahnhofstraße zum Katzenteich aus dem Jahr 1990. Heute steht dort der Altstadtkreisel, der Bahnübergang ist weg und auch das Stellwerksgebäude gibt es nicht mehr.

Walpurgisnacht, 1990. Wernigerode, DDR

Blöd ist halt nur, dass man mit dem kostenlosen Basisaccount nur 100 MB an Bildern im Monat hochladen kann. Ich bin leider schon am Limit und kann erst im Juni wieder Bilder hochladen. Vielleicht kaufe ich mir ja doch den PRO-Account für EUR 24,95. Ich weiß es noch nicht und lade erst mal weiter bei Picasa hoch.

Dienstag, 28. April 2009

Bin ich alt?

Kennst Du das?

Du warst in einem Kindergarten, dessen Gebäude heute nicht mehr steht? Du wurdest damals eingeschult und heute steht auf dem Platz dieser Schule ein Parkhaus? Deine damalige Kinderbibliothek ist jetzt nur noch das Büro eines Vereins? Dein Wohnhaus aus der Kindheit ist weg und dort steht jetzt ein Hotel oder die Wohnung ist jetzt ein Friseursalon?

Du warst im Ferienlager an der Ostsee und jetzt findest Du dort entweder verfallene Baracken oder ein neues Hotel? Die Disko, in die Du immer gegangen bist, ist jetzt die Geschäftsstelle der IHK? Das Kino, in dem Du damals Dirty Dancing und die OTTO-Filme gesehen hast, wurde abgerissen und ist jetzt Baugrundstück für Villen mit Eigentumswohnungen?

Dein Internat während der Berufsausbildung ist weg und Du kannst jetzt dort Lebensmittel in einem Supermarkt einkaufen? Deine Berufsschule steht noch, beherbergt jetzt aber einen Großhandel für asiatische Lebensmittel?

Wenn Du nur wenige dieser Fragen auch mit ja beantworten kannst, dann waren wir in der gleichen Zeitschiene und sind mittlerweile wohl beide alt. Seufz.

NEIN, ich bin nicht in einer Midlife-Crisis, ich stelle nur Veränderungen fest.

Dienstag, 14. April 2009

Damals in der DDR

Gerade sehe ich im MDR "DDR geheim Spezialkommando Kampfschwimmer" (Interessant für mich wegen der Geschichte Kühlungsborns, Bilder siehe GT-Forum, hidden-places). Schon letzte Woche blieb ich beim MDR hängen und sah "1989 - Aufbruch ins Ungewisse". Diese Dokumentationen fesseln mich. Ich beginne mich selbst an die damalige Zeit zu erinnern und erfreue mich an Kleinigkeiten, die gezeigt werden.

Im WWW sprießen Seiten zum Thema wie Pilze hervor. Material zum stundenlangen Lesen und Anschauen. Hübsch ist die neue Geschichte mit Bildern zur Wendezeit im Spiegel. Im TV wird die Geschichte des Herbst 1989 ebenfalls aufgearbeitet und Dokus gezeigt. Danke für die vielen Informationen im Usenet in de.alt.folklore.ddr.

Links: Spiegel Einestages, MDR damals und weitere unter www.mein-herbst-89.de.

Ich glaube, ich werde bei mir auch mal rumkramen und die eine oder andere Geschichte schreiben.